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Последние комментарии
оксана2018-11-27
Вообще, я больше люблю новинки литератур
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Professor2018-11-27
Очень понравилась книга. Рекомендую!
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Vera.Li2016-02-21
Миленько и простенько, без всяких интриг
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ст.ст.2018-05-15
 И что это было?
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Наталья222018-11-27
Сюжет захватывающий. Все-таки читать кни
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Der Piratenfurst: Fregattenkapitan Bolitho in der Java-See - Kent Alexander - Страница 1


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Alexander Kent

Der Piratenfurst

Fregattenkapitan Bolitho in der Java-See Roman

Fur die Contessa

Tod und Teufel tanzen

zur Hollenmusik der Sturme

und rasen noch wilder zur Nacht,

wie um die Furcht einzulullen,

die den blinden Seemann beschleicht,

der nur ihren Zugriff fuhlt.

George H. Grant

I Des Admirals Wahl

Eine Ordonnanz des Admirals offnete die Tur des kleinen Vorzimmers und sagte sehr hoflich:»Wurden Sie bitte hier eintreten, Sir?«Er wich beiseite, um Captain Richard Bolitho einzulassen.»Sir John wei?, da? Sie hier sind.»

Als der Diener gegangen war und die Tur hinter sich zugemacht hatte, trat Bolitho an den hohen Kamin, wo ein kraftiges Feuer brannte. Gut, da? ihn der Mann in dieses kleine Zimmer gefuhrt hatte und nicht in einen der gro?eren Warteraume. Als er sich vor dem bitter kalten Marzwind, der durch die Stra?en von Whitehall fegte, in das Admiralitatsgebaude gefluchtet hatte, war ihm der Gedanke an diese uberfullten Warteraume hochst unbehaglich gewesen. Dort traten sich die entlassenen Seeoffiziere gegenseitig auf die Fu?e und beobachteten das Kommen und Gehen solcher Besucher, die mehr Gluck zu haben schienen, mit beinahe ha?erfullten Blicken.

Bolitho kannte diese Gefuhle aus eigener Erfahrung, wenn er sich auch oft gesagt hatte, da? es ihm besser ging als den meisten anderen. Denn als er vor einem Jahr nach England zuruckgekommen war, herrschte Friede im Land; Stadte und Dorfer waren bereits voller Seeleute und Soldaten, die niemand mehr brauchte. Er dagegen hatte seinen Besitz bei Falmouth, ein solides, ertragreiches Landgut; au?erdem hatte er eine Menge schwerverdientes Prisengeld mitgebracht — er mu?te wirklich dem Schicksal dankbar sein.

Er trat vom Kamin weg ans Fenster und starrte auf die breite Stra?e. Es hatte fast den ganzen Vormittag geregnet, aber jetzt war der Himmel klar, und die zahlreichen Pfutzen glitzerten in der grellen Sonne wie Fetzen bla?blauer Seide. Nur die dampfenden Nustern der vielen Pferde, welche die Stra?e in beiden Richtungen passierten, und die hastenden, vorgebeugt gegen den Wind ankampfenden Fu?ganger verrieten, wie trugerisch der augenblickliche Sonnenschein war.

Er seufzte. Es war im Marz 1784; erst vor einem guten Jahr war er aus Westindien heimgekehrt, aber ihm kam es wie ein Jahrhundert vor.

So oft er konnte, hatte er die lange Reise von Falmouth nach London unternommen, um direkt bei der Admiralitat herauszufinden, warum seine Briefe ohne Antwort blieben, warum alle seine Antrage auf Zuteilung eines Schiffes, ganz gleich was fur eins, nicht beachtet wurden. Und jedesmal kamen ihm die Warteraume voller vor. Es waren immer die gleichen Manner; aber je ofter sie abgewiesen oder vertrostet wurden, um so unsicherer klangen ihre Stimmen bei den endlosen Gesprachen uber Schiffe und Seeschlachten, um so mehr schwand ihr Selbstvertrauen. Dutzendweise wurden Schiffe au?er Dienst gestellt, und jede Hafenstadt beherbergte ihr volles Ma? an dem menschlichen Treibgut eines beendeten Krieges: Invaliden und Kruppel; Manner, die im Geschutzfeuer taub und blind geworden waren; andere, die von ihren Erlebnissen halb verruckt geworden waren. Seit dem Friedensschlu? im Vorjahr war der Anblick solcher Menschen etwas so Gewohnliches, da? man gar nicht mehr daruber sprach, und die Betroffenen selbst waren zu verzweifelt, um uberhaupt noch zu hoffen.

Eben bogen unten zwei Manner um die Ecke. Das Herz krampfte sich ihm zusammen bei dem Anblick. Auch ohne ihre zerfetzten roten Rocke hatte er gewu?t, da? es ehemalige Soldaten waren. Am Rinnstein hielt eine Kutsche; die Pferde steckten die Kopfe zusammen und erkundeten, was sich in ihren Futtersacken befand. Der Kutscher unterhielt sich mit einem elegant livrierten Lakaien aus dem Nebenhaus, und keiner der beiden warf auch nur einen Blick auf die zerlumpten Veteranen.

Der eine lehnte seinen Kameraden an eine Steinbalustrade und trat dann zur Kutsche. Bolitho erkannte, da? der Mann, der sich an dem steinernen Gelander festhielt, blind war; er wandte den Kopf zur Stra?e hin, als horche er, wo sein Freund geblieben war. Worte waren da uberflussig. Der Soldat blickte den Kutscher und den Lakaien nur an und hielt die Hand auf. Die Geste war weder aggressiv noch unterwurfig, aber seltsam eindringlich. Nach kurzem Zogern steckte der Kutscher die Hand in die Innentasche seines schweren Mantels.

In diesem Moment lief ein Herr eilig die Freitreppe der Admiralitat hinab und ri? die Kutschentur auf. Sein Mantel war so warm wie elegant, und die Schnallen auf seinen Schuhen blitzten in dem wasserigen Sonnenlicht. Er starrte den Soldaten an und sagte argerlich etwas zu dem Kutscher. Der Lakai eilte zu den Pferden und nahm ihnen die Futtersacke ab, und in Sekundenschnelle war die Equipage im geschaftigen Strom der Kutschen und Lastwagen verschwunden. Der Soldat starrte ihr einen Augenblick nach, hob dann resigniert die Schultern und ging zu seinem Kameraden zuruck. Die Arme untergehakt, schlurften sie langsam auf die nachste Stra?enecke zu.

Bolitho bemuhte sich, das Fenster aufzumachen, aber der Riegel klemmte. Scham und Arger uber das eben Gesehene stiegen in ihm hoch.

«Kann ich Ihnen behilflich sein, Sir?«fragte jemand hinter ihm: die Ordonnanz von vorhin.

«Ich wollte zwei Invaliden ein bi?chen Geld hinunterwerfen«, antwortete Bolitho.

Der Mann schien erstaunt.»Mein Gott, Sir, daran gewohnt man sich in London.»

«Ich nicht.»

«Ich wollte Ihnen melden, Sir, da? Sir John Sie jetzt empfangen mochte.»

Bolitho folgte ihm auf den Flur. Er verspurte eine plotzliche Trockenheit in der Kehle. Deutlich erinnerte er sich an seinen letzten Besuch hier im Hause; fast auf den Tag einen Monat war das her. Damals hatte er eine ausdruckliche schriftliche Vorladung bekommen und brauchte nicht voller Nervositat und heimlicher Wut in einem Wartezimmer herumzusitzen. Es war wie ein Traum, ein unglaublicher Gluckstreffer. Und so empfand er es immer noch, trotz der tausend Schwierigkeiten, mit denen die Tage seit seiner letzten Vorsprache belastet gewesen waren.

Er hatte Order erhalten, unverzuglich das Kommando uber Seiner Britannischen Majestat Schiff Undine (zweiunddrei?ig Geschutze) zu ubernehmen, das zur Zeit im Dock von Portsmouth uberholt und neu ausgerustet wurde. In Kurze sollte es seeklar sein.

Als er damals beschwingten Schrittes das Admiralitatsgebaude verlie?, stand ihm fast das Schuldgefuhl im Gesicht geschrieben, denn er hatte wohl gemerkt, da? ihn die Offiziere im Vorzimmer neidisch und sogar ubelwollend musterten.

Es hatte ihn eine ganze Menge Geld gekostet, die Uberholungs- und Ausrustungsarbeiten zu beschleunigen. Er hatte gedacht, da? er jetzt, da die Flotte auf ein Viertel ihrer Kriegsstarke geschrumpft war, Reservetauwerk und — spieren leichter bekommen wurde als in Kriegszeiten; aber wie er zu seinem Erstaunen feststellen mu?te, war das Gegenteil der Fall. Resigniert hatte ihm ein Schiffsbauer verraten, den Werftbeamten lage mehr daran, mit den Reedern gro?er Handelsschiffe zusammenzuarbeiten; an denen konnten sie mehr verdienen als an einem kleinen Fregattenkapitan, den sie auf Staatsrechnung beliefern mu?ten.

Mit Bestechungen, Drohungen und unter standigem Antreiben beinahe jedes einzelnen Werftarbeiters hatte er indessen mehr oder weniger erreicht, was er wollte. Anscheinend sah man im baldigen Auslaufen der Fregatte die einzige Moglichkeit, vor Bolitho wieder Ruhe zu haben und sich um eigene Geschafte kummern zu konnen.

Mit gemischten Gefuhlen hatte er sein neues Schiff im Dock umschritten. Aber die freudige Erregung uberwog, und dazu kam die Gewi?heit, da? dieses Schiff alle seine Krafte fordern wurde. Verschwunden war das neidvolle Unbehagen, das ihn in Falmouth jedesmal befiel, wenn wieder ein Kriegsschiff die Landspitze unterhalb der Festung rundete. Aber noch etwas anderes hatte er gemerkt. Sein letztes Schiff war die Phalarope gewesen, eine der Undine sehr ahnliche Fregatte, vielleicht ein paar Fu? langer. Sie war sein ein und alles gewesen; vielleicht, weil er auf ihr so viel durchgestanden hatte. In den westindischen Gewassern, in der Seeschlacht bei den Saintes*, hatte er erlebt, wie sein geliebtes Schiff unter seinen Fu?en zusammengeschossen wurde, bis es fast ein Wrack war. Niemals wurde, niemals konnte es ein Schiff geben, das der Phalarope glich. Aber als er auf der Steinmauer des Docks auf und ab schritt, verspurte er ein neues, ein ahnliches Hochgefuhl.