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Последние комментарии
оксана2018-11-27
Вообще, я больше люблю новинки литератур
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Professor2018-11-27
Очень понравилась книга. Рекомендую!
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Vera.Li2016-02-21
Миленько и простенько, без всяких интриг
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ст.ст.2018-05-15
 И что это было?
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Наталья222018-11-27
Сюжет захватывающий. Все-таки читать кни
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Klar Schiff zum Gefecht: Richard Bolitho - Kapitan des Konigs - Kent Alexander - Страница 1


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Alexander Kent

Klar Schiff zum Gefecht

Richard Bolitho — Kapitan des Konigs

I Ein Traum geht in Erfullung

Das elegante, wei?e Gebaude uber der Kustenstra?e lag nur wenige hundert Schritte von den belebten Hafenkais entfernt, dennoch war Richard Bolitho schon, eine Minute nachdem er die Pier verlassen hatte, schwei?durchna?t. Durch das weite Rund von English Harbour hatte der leichte Hauch einer Brise geweht, aber hier, da die Mittagssonne steil uber dem Klosterhugel stand und die Insel Antigua in flimmerndem Dunst gebadet lag, gab es keine Erleichterung.

Dennoch schritt Bolitho rascher aus. Er spurte seine zunehmende Erregung, und wieder gewahrte er in sich dieses Gefuhl traumhafter Unwirklichkeit, das ihn seit seiner Ankunft vor einer Woche beherrschte. Die Ereignisse hatten sich so sehr ubersturzt, da? er es kaum begreifen konnte. Die Ursprunge seines Seins schienen ihm fremd geworden. Er kam sich vor wie ein Zuschauer, der einen anderen Menschen beobachtete.

Staub und Sand bedeckten seine neuen Schuhe, als er uber breite Torwege durch gepflegte Garten auf das Gebaude zuging. Ware die Flagge nicht gewesen, die reglos am Mast hing, hatte es der Wohnsitz eines reichen Kaufmanns oder Reeders sein konnen. Aus der Anzahl der farbigen Diener, die zwischen den Blumen und Stauden arbeiteten, schlo? er, da? der ehemalige Besitzer wahrscheinlich mit afrikanischen Sklaven gehandelt hatte.

In der schattigen Veranda war es nach der heftigen Sonnenglut fast kalt. Ein rotgesichtiger Sergeant der Marineinfanterie stand Bolitho gegenuber und musterte ihn lassig vom Scheitel bis zur Sohle.

«Kommen Sie bitte hier herein, Sir!»

Sein Ton, wenn auch nicht gerade unfreundlich, war der eines Mannes, der an den Umgang mit Seeoffizieren, an ihr Kommen und Gehen so gewohnt war, da? ihn nichts und niemand mehr aufregen konnte.

Bolitho betrat einen kleinen Raum und horte die Tur hinter sich zuschlagen. Zum ersten Mal seit langer Zeit war er ganz allein. Und allein stand er nun vor dem wichtigsten Schritt seines Lebens.

Er zwang sich, sehr langsam zum Fenster zu gehen. Unter seinem Blick breitete sich der Hafen wie ein riesiges Gemalde aus. English Harbour, Hauptquartier und Bollwerk der Seemacht Englands in Westindien und der Karibischen See! Jeder Schiffstyp schien hier vor Anker zu liegen. Machtige Zweidecker im tiefen Hafenbecken hatten die Sonnensegel ausgespannt und jede Geschutzpforte geoffnet, um auch den leisesten Atem einer Brise einzufangen. Schnittige Fregatten, plumpe Frachtschiffe und eine ganze Ansammlung vieler kleiner Schiffe, von Briggs bis zu Schonern; dazwischen zahllose Ruderboote, die wie Wasserspinnen die weite Bucht durchquerten.

Irgendwo im Haus brullte ein Mann, und Fu?e polterten uber einen Flur. Bolitho ri? seine Augen von den Schiffen los und schritt zu einem Wandspiegel hinuber. Er war sich plotzlich bewu?t, was die nachsten Minuten bringen oder nehmen konnten.

Noch immer nicht konnte er sich an die Veranderung seiner Erscheinung gewohnen. Niemals zuvor war ihm aufgefallen, da? eine Uniform das Au?ere eines Mannes so sehr wandeln konnte, ohne das Innere zu beruhren. Vor wenigen Wochen war er noch Zweiter Leutnant auf der Trojan gewesen, einem Linienschiff mit achtzig Kanonen. Drei Jahre lang hatte er in ihrem uberfullten Rumpf gelebt, gearbeitet und war beinahe dort gestorben.

Von seinem ursprunglichen Rang als Vierter Leutnant war er durch Tod und Beforderung seiner nachsten Vorgesetzten aufgestiegen. Er hatte sich an die Trojan gewohnt, wenn er auch stets gegen die Sehnsucht ankampfen mu?te, sich von ihrer Schwerfalligkeit zu befreien, um ein selbstandigeres Betatigungsfeld fur seine Ideen zu finden.

Wie jeder Mann an Bord hatte er hart arbeiten mussen. Durch den Aufstand in Amerika wurden alle Kriegsschiffe dringender als je zuvor gebraucht. Als die Rebellion um sich griff und einige Andeutungen ihrer wirklichen Ziele in der Flotte durchsickerten, wurde die Trojan von einem Krisenherd zum anderen befohlen.

Es schien unglaublich, da? ungeordnete Mannerbanden zu Armeen zusammengeschwei?t werden konnten. Armeen, die stark und schlagkraftig genug waren, um einige der besten Truppen Englands au?er Gefecht zu setzen. Aber wie die meisten seiner Kameraden hatte Bolitho fest geglaubt, da? die Streitigkeiten durch einen Kompromi? beigelegt werden konnten. Das war vor sechs Monaten, im Oktober 1777, als die Nachricht von der Ubergabe Burgoynes uber die Briten hereinbrach. Uber Nacht, so schien es, hatte sich die Rebellion zu einem neuen, bosartigen Konflikt ausgeweitet. Die Englander standen in ihren weit verstreuten Stutzpunkten amerikanischen Revolutionsarmeen gegenuber, die durch eine ganze Flotte franzosischer und spanischer Kaperschiffe Ruckendeckung erhielten. Ohne betrachtliches Risiko konnte kein Nachschubschiff mehr allein segeln. Sogar Truppentransporte waren nicht mehr vor den Freibeutern sicher.

In dieser Zeit wechselnder Angriffs- und Ruckzugsgefechte war die Veranderung in Bolithos Leben eingetreten. Die Trojan hatte vor der Kuste Puerto Ricos eine hubsche Brigg gejagt, deren Laderaume mit Konterbande und Schie?pulver fur die Amerikaner vollgestopft waren. Zwischen zwei langgestreckten Sandbanken gefangen und durch die beeindruckende Artillerie der Trojan bedroht, hatte sich der Kapitan zur Ubergabe entschlossen.

Der Erste Offizier der Trojan wurde auf seinem eigenen Schiff dringend gebraucht, da die meisten anderen Offiziere erst kurzlich an Bord kommandiert worden waren und nur wenig Erfahrung besa?en. So traf Bolitho das Los, die Prise zu ubernehmen mit dem Befehl, die Beute nach Antigua zu segeln und dort neue Instruktionen abzuwarten. Es war wie der Anfang eines schier unmoglich erscheinenden Traumes. Aufregende Erlebnisse, die Freiheit, nach eigenen Entschlussen zu handeln und zu segeln, ohne da? ihn sein Kapitan beobachten konnte. Die kleine Brigg schien ihm grenzenlose Moglichkeiten anzubieten, wenn er auch wu?te, da? all dies nicht ewig dauern wurde.

Das Schicksal aber hatte andere Plane. Nach einigen Tagen sichteten sie eine andere, gro?ere Brigg. Sie war gut gefuhrt und starker bewaffnet als auf solchen Schiffen ublich. Es gab keinen Zweifel, dieser Segler war ein Freibeuter, der offensichtlich zu einem Treffen mit der Prise herankreuzte.

Zu langen Uberlegungen blieb keine Zeit. Der Gegner wurde alle seglerischen und artilleristischen Moglichkeiten von Bolithos kleiner Prisenbesatzung weit ubertreffen. Sinnlos zu kampfen und zu sterben war ebenso undenkbar wie widerstandslos die Flagge zu streichen.

Doch alles lief so einfach ab, da? es nun im Ruckblick wie ein Teil jenes unglaubhaften Traumes erschien. Scheinbar um Depeschen zu ubergeben, manovrierten sie an den ahnungs-losen Freibeuter heran, gingen langsseits, und als beim Zusammenprall Segel und losgeschlagene Spieren auf die Decks beider Schiffe herabsturzten, enterten sie die feindliche Brigg. Eine knatternde Musketensalve, wildes Gebrull der Enterer, und schon war das Schiff trotz vierfacher Uberlegenheit genommen. Die Leute der Trojan waren mit dieser Kampfesweise vertraut. Nicht so die Besatzung des Kaperschiffes, dessen Kapitan zum ersten Mal als Kommandant fuhr.

So kam es, da? Bolitho mit zwei Prisen in Antigua einlief. Da sich der Landkrieg so zum Schlimmen gewendet hatte und die Ereignisse auf See sich derma?en verwirrend und entmutigend entwickelten, wirkte seine siegreiche Ankunft unter dem Donnern der Hafenbatterie wie ein belebendes Heilmittel. Handeschutteln mit einem Konteradmiral, lachelnde Begru?ungen dienstalterer Kapitane — Bolitho war durch diesen herzlichen Empfang verblufft.

Nachdem er die beiden Prisen den Docks ubergeben hatte, wurde ihm eine Kammer in einem abgetakelten Schiff, der Oktavia, zugewiesen. Die Oktavia war ursprunglich ein stattlicher Zweidecker gewesen, doch nachdem sie im Jahr zuvor in einem Hurrikan fast gesunken ware, diente sie nun als Wohnschiff. Junge Offiziere, die auf neue Kommandos warteten, vertrieben sich dort die Zeit mit Kartenspiel, Schlaf oder betranken sich bis zur Bewu?tlosigkeit. Beforderungen und Versetzungen, Seegerichte oder die letzten Vorbereitungen zur Heimreise eines im Kampf verstummelten Seemannes, all das hatte die alte Oktavia gesehen.